Die Fauvel AV36 ist ein einsitziges Segelflugzeug aus Frankreich mit 12m Spannweite. Seit 1951 begeistert es seine Piloten durch hohe Flugstabilität und gute Flugleistungen. Für Deutschland wurde die Maschine von Flugzeugbau Frebel in Nabern (einem Ortsteil von Kirchheim/Teck) als Lizenzbau hergestellt. Diese Version hat eine größere Spannweite (13m) und wird als AV36c bezeichnet.

Unsere Fauvel AV36c ist im Maßstab 1:4 gehalten und mit einer Spannweite von 3,25m wohl das größte käufliche EPP-Scale-Modell überhaupt. Durch den 3-teiligen Flügel ist kein Teil länger als 1,25m und der Transport dieses Giganten ist selbst im Kleinwagen möglich.

Die frühere Modell-Bezeichnung AV361 geht auf eine fehlerhafte Quelle zurück, die leider diese beiden Versionen verwechselte. Ihre Maße sind fast identisch, die AV361 hat jedoch rückgepfeilte Seiten-Leitwerke und den Rumpfsattel bis zur Endleiste.

Die Form des Modells stimmt sehr gut mit dem Vorbild (siehe Bild rechts) überein, das Flugbild und die Flugeigenschaften sind originalgetreu. Die Seitenruder wurden zugunsten besserer Flugeigenschaften im Langsamflug leicht vergrößert - was Fauvel an seinen später gebauten Flugzeugen ebenfalls gemacht hat.

Im Gegensatz zu den meisten GfK- / Holz-Nachbauten hat die EPP-Fauvel eine sehr geringe Flächenbelastung. Dadurch kann sie schön langsam geflogen werden und ist im Flug kaum vom Original zu unterscheiden - auf diesem Video des Prototypen wird das deutlich  (wobei die Seitenruder nicht angelenkt waren und deshalb das Modell in Kurven etwas giert. ;-)). Durch die speziell an das Modell angepassten PW-Profile ist trotz der guten Thermikleistung genug Dynamik für flotten Hang- und leichten Kunstflug vorhanden.

Auch ein EPP-Flugmodell in dieser Größe soll robust sein gegen äußere Einflüsse wie Steine, Äste, unsanfte Landungen oder Transportschäden usw..

Darum haben wir die bewährte EPP-Bauweise für diese Fauvel um 24 Frästeile aus Holz erweitert. Der Trick ist, die unterschiedlichen Materialien so einzusetzen, dass sie sich gegenseitig verstärken und gleichzeitig ihre Schwächen aufheben. Um den Bau schnell und sicher gelingen zu lassen, ist der Bausatz sehr weit vorbereitet.

Der Flügel wird dreiteilig aufgebaut, die Seitenruder sitzen abnehmbar zwischen dem Mittelteil und den Außenflügeln. Dicke Sperrholzrippen bilden einen festen Abschluss der Flügelteile, die zusätzlich zur Steckung von kleinen Sperrholzzungen gehalten werden - diese dienen auch als Sollbruchstelle bei zu harten Landungen und können bei Bedarf einfach ersetzt werden.

Der Baukasten enthält:
5 EPP-Flügelteile, den EPP-Rumpf und -Kabinenhaube sowie zahlreiche gefräste Bauteile (Seitenruder, Kabinenrahmen, Rippen, ... siehe Bild), flugfertig profilierte Ruderendleisten, Ruderhörner und eine 8-seitige, bebilderte Bauanleitung. Ein passender Holmsatz wird im Shop ebenso angeboten wie durchsichtige Kabinenhauben in klar und getönt sowie Bespannmaterial.

Die Balsaruder werden wie der Flügel und Rumpf mit farbigem Klebeband oder Bügelfolie bespannt (das abgebildete Modell ist vollflächig gestrappt und dann mit ultraleichtem Tape bespannt). So bewahrt man sich die volle EPP-Robustheit. Das macht diesen Großsegler ideal für entspannten Flugspaß im Alltag und erfolgreichen Einstieg in die "Großmodell-Fliegerei" - ohne großen finanziellen Aufwand, doch mit viel Genuss!

Auf dem Bild seht ihr die weiß-rote EPP-Fauvel von Guido - so perfekt kann dieses Modell gebaut werden! Sie ist mit 6 Ruderklappen, Seitenrudern und F-Schleppkupplung komplett gesteuert, sogar ein Bugrad, klappbare Kabinenhaube und die Landekufe sind an Bord. Durch die Folienbespannung und saubere Vorarbeit ist es von Holz- oder GfK-Modellen optisch nicht zu unterscheiden und trotzdem sehr robust.

Wer das Vorbild super-genau nachbauen will, wird noch die V-Form vermissen - diese kann mit gebogenen Flügelverbindern und etwas schleifen an den Sperrholzrippen leicht  eingebaut werden - fertig ist die Scale-AV36c. Fliegerisch ist die V-Form für Thermikmodelle lohnenswert, da die Kreise im Bart durch größere Seitenruderwirkung flacher gehalten werden können ... am Hang ist dieses jedoch nicht nötig.

Die EPP-Fauvel gleitet elegant am Hang oder kurbelt Thermikbärte aus und erfreut Piloten wie Zuschauer durch ihr majestätisches Flugbild. Dank der robusten Bauweise fliegt man sie auch an Orten und bei Wetterlagen, an denen man normalerweise keinen Großsegler einsetzen würde.

Landungen sind selbst in schwierigem Gebiet möglich, man kann die Fauvel sogar in die Hand landen ... HIER seht ihr, wie es geht. Und sollte mal alles schief gehen: Ich bin mit meinem Modell schon mehrfach direkt gegen einen steilen Hang gelandet, inklusive Baumlandungen und Felsenkontakt - ohne bleibende Beschädigung! Probiert das bitte nicht mit einem herkömmlich gebauten Modell aus ...

Kurz vor der Landun mit Butterfly und gespreizten SeitenrudernDie Daten dieser AV36c sind:
Spannweite 323cm, Flügelfläche 91dm², Fluggewicht 2.630g >> die Flächenbelastung beträgt unter 30g/dm², was für einen Scale-Großsegler erstaunlich wenig ist.

Die Querruder sind wegen der ihrer Länge geteilt und einzeln angelenkt plus die inneren Trimm-Klappen und 2 Seitenruder, alle 8 Servos sind einfache Hitec HS81MG. Der Akku hat 4 Zellen Sub-C (3600mAh).

Wer möchte, kann herrlich viele Mischfunktionen einsetzen - von Butterfly bis zu gespreizten Seitenrudern als zusätzliche Bremse (wie auf den Fotos links und darunter), auch die Verwindung kann sehr genau an die Flugaufgabe angepasst werden.

Die Fauvel kann mit nur 2 Servos geflogen werden. Die Quer- und Höhenruder kombiniert reichen für leichte Modelle aus (+ 1-2 Servos für angelenkte Seitenruder bei Thermikmodellen), die komplett bespannt mit ca. 2,2kg Fluggewicht gebaut werden können - da reicht ein Ameisenf*rz zum oben bleiben ... ;-)

Kurz vor der Landun mit Butterfly und gespreizten Seitenrudern
Das ist wirklich ein EPP-Modell mit all seinen Vorzügen!

Modell oder Manntragend? Der fehlende Pilot verrät das Modell ...

Ein Elektro-Antrieb der Fauvel AV36 ist sowohl in Druck- als auch in Zug-Anordnung möglich, es gab beides im Original. 

Bei Druckantrieb rate ich zu einem Mittelmotor mit Fernwelle (siehe Grafik), das Mehrgewicht zum Segler beträgt ab 300g. Eingezeichnet sind ein Kontronik Kora 25-10, Lipo-Akku und eine 12" - Luftschraube an der Fernwelle.

Setzt man den Motor direkt ins Heck, wird es durch den notwendigen Schwerpunkt-Ausgleich merklich schwerer, das Mehrgewicht beträgt ca. 3-faches Motorgewicht.

Fast ohne Mehrgewicht zum Segler geht es mit einem Frontmotor in Zug-Anordnung, davon gab es real diesen Prototypen (s.a. Zeichnung rechts). Mit seinem kleinen Fahrwerk war er sogar eigenstartfähig.
 


Links und darunter seht ihr Andreas Weiser (Autor des großen Testberichts in FMT-Extra "Segelflug"4/2008) mit seiner Fauvel 3.3 (= eine AV36c mit 8cm größerem Mittelteil).

Sein Modell wiegt flugfertig 2750g bei 333cm Spannweite, damit hat sie einen sehr guten Gleitwinkel. Thermik-, Hang- und einfacher Kunstflug sind ihr Metier.

Die abgestimmte Kombination aus Brett-Auslegung, den Spezial-Profilen von Peter Wick, hoher Streckung (über 12) und der niedrigen Flächenbelastung von nur 28g/dm² machen diese Flugleistungen möglich.

Andreas fliegt meist in der Ebene und startet per F-Schlepp. Dieser gelingt mit der Fauvel aufgrund ihrer Schulterdecker-Auslegung und der guten Ruderfolgsamkeit sehr einfach, wobei es kaum einer Korrektur vom Piloten bedarf - sie fliegt einfach dem Schlepp-Flugzeug hinterher.

Die Fauvel ist regelrecht thermikgierig und zeigt auch kleine Aufwinde gut an. Mit den angelenkten Seitenrudern dreht sie auf der Stelle und ist immer "mitten im Bart".

 

Die außergewöhnliche Form und große Flügelfläche (fast 1m²) zeigen die Fluglage der Fauvel auch in großer Entfernung noch sehr gut an -  ein wichtiger Pluspunkt beim Hang- und Thermikfliegen.

Durch das stabile Flugverhalten kann sie minutenlang sich selbst überlassen werden  ohne Eingreifen des Piloten - das nennt sich entspanntes Modellfliegen.

HIER KÖNNT IHR DIE ENTWICKLUNGSGESCHICHTE DER PROTOTYPEN NACHLESEN