Die Rudereinstellungen
sind wichtig für ein angenehmes und sicheres Fluggefühl
und gute Flugleistungen. Zu beachten sind vor allem:
Falls du dich beim Anblick der Bilder über den Ruderspalt an der Oberseite wunderst: Ich empfehle, die Ruder unten anzuschlagen (wie auf den Bildern), weil es aerodynamisch und (bei oben liegenden Anlenkungen) mechanisch sinnvoller ist. Und die Optik stört es auch nicht, wenn das Modell erst mal da ist, wo es hingehört: nämlich in der Luft! Mittlerweile diese Art der Ruderbefestigung ist eh Standard geworden ...
1. Die Neutralstellung der Ruder
ist bei Nurflügeln sehr einfach zu
erfliegen. Als Grundeinstellung ist die Fortführung der ProfilUNTERseite zu empfehlen (wegen der Verwindung außen am Randbogen messen),
bei konischen Ruderleisten eher etwas mehr anstellen. Mit der Trimmung am Sender kann die
Feineinstellung der Ruder erfolgen, so dass das Modell nach einem Wurf eine
gerade Flugbahn abgleitet. Nachdem der genaue Schwerpunkt im Fluge mittels der
Anstechmethode oder anderer geeigneter Verfahren erflogen wurde, kann sich die
Neutralstellung der Ruder etwas ändern.
2. Die Richtung der Ruderausschläge
sind wie beim "normalen" Flugmodell mit getrenntem Leitwerk. Es wird immer von hinten auf das Modell gesehen.
3. Die Größe der Ruderausschläge
ist stark von den persönlichen Vorlieben
und der Flugaufgabe abhängig. Soll das Modell sehr wendig sein,
braucht es große Ausschläge der Querruder (ca. 30°), die Höhenruderausschläge betragen ca. die Hälfte davon, bei
Brettern noch viel weniger.
Für Fluganfänger, Thermikmodelle und Grobmotoriker sind solche Riesenausschläge
allerdings nicht zu empfehlen, denn die Flugpräzision leidet darunter.
Feinfühliges Steuern erfordert eine gewisse Zeit der Gewöhnung - bei
reaktionsschnellen Modellen braucht es flinke Finger an den
Knüppeln ... anfangs lieber etwas kleinere Ausschläge einstellen als zu große.
4. Die Querruder-Differenzierung
Beim steuern wirken Ruderausschläge nach oben weniger stark als solche nach unten. Darum sind die Querruder-Ausschläge meist nicht symmetrisch, sondern nach oben größer. Gut eingestellt sind die Ruder, wenn im schnellen Flug saubere Rollen geflogen werden können (keine Fassrollen, nicht viel nachdrücken, kein großer Geschwindigkeitsverlust). Das ist dann sozusagen die Grundeinstellung der Querruderwege für Kunstflug.
Modelle mit so eingestellten
Querruder-Ausschlägen zeigen im langsamen Kurvenflug aber oft ein unerwünschtes
"negatives Wendemoment" (der (gedachte) Rumpf zeigt beim Einleiten einer Kurve
zuerst nach außen zur falschen Seite). Dem kann vorgebeugt werden, wenn man die
Querruder-Ausschläge zusätzlich differenziert, d.h. der Klappenausschlag des
Querruders nach unten wird nochmals verkleinert.
Allerdings stört diese Differenzierung der Ruder wieder beim Kunstflug ... also die Differenzierung möglichst klein wählen oder ganz ohne Differenzierung fliegen und stattdessen beim Kurvenflug etwas Höhe zum Querruder dazugeben, das hat bei Modellen mit kombiniertem Quer-/Höhenruder den gleichen Effekt.
Mechanisch (auch ohne Computersender) wird
bei einer Anlenkung oberhalb des Flügels so differenziert: Der Servohebel ist in der Neutralstellung des
Servos etwas nach hinten verdreht, während die Löcher im
Ruderhorn auf oder etwas hinter dem Drehpunkt (=Scharnierlinie) des Ruders
liegen. Auf die gleiche Wese könnt ihr auch unsymmetrische Ausschläge nach
oben/unten einstellen. Achtung: Wenn die Anlenkung unterhalb des Flügels
erfolgt muss es umgekehrt sein.
Durch eine unpräzise Platzierung vor allem der Ruderhörner wird oft ungewollt eine (positive oder negative) Differenzierung eingebaut ... darum könnt ihr keine %-Angaben von anderen übernehmen, ohne die exakten Positionen der Anlenkungsdrehpunkte zu kennen. Wenn ihr zur Differenzierung Angaben machen wollt, dann immer in mm bei Vollausschlag ( X mm nach oben, Y mm nach unten).
5. Expo
Einige Computersender haben die so genannte Expo- oder Expotiential-Funktion. Damit kann das Verhältnis Knüppelweg zu Ruderausschlag eingestellt werden, die Endausschläge bleiben dabei unverändert. Expo ist sehr nützlich, um bei großen Ruderausschlägen gefühlvolles Steuern um die Mittellage zu ermöglichen. Wie groß dieser Wert sein soll, ist unterschiedlich. Ich habe Modelle, die gar kein Expo brauchen (0%), aber auch welche mit über 70% Expo!
Bei Expo auf dem Höhenruder muss aufgepasst werden: Durch die im Vgl. zum Knüppelweg kleinere Ruderweg-Änderung muss im Rückenflug viel stärker nachgedrückt werden .... vor allem im Kunstflug (Rolle, Rollenkreis) ist dieses kaum möglich. Darum bei diesen Modellen/Flugphasen besser kleinere Ausschläge ohne Expo einstellen als Riesenausschläge mit viel Expo.