Sicherheitshinweis:

Ein ferngesteuertes Flugmodell ist kein Spielzeug im üblichen Sinne. Der Zusammenbau erfordert handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. Baue das Modell in aller Ruhe zusammen. Nur ein sorgfältig zusammengebautes Modell kann die gewünschten Flugleistungen erbringen.

Vermeiden Sie im Flugbetrieb, dass Gefahren von Ihrem Modell ausgehen!

Da der Hersteller/Vertreiber des Modells keinen Einfluss auf den Zusammenbau und Betrieb des Modells hat, kann er auch keine Haftung für Schäden übernehmen, die beim Bau oder durch den Flugbetrieb des Fun4U’s entstehen

Bauanleitung für Fun4U-Evo / -Sipkill / -Mako

Bitte diese Anleitung vor dem Bau ganz durchlesen, die Reihenfolge der Bauabschnitte ist nicht immer festgelegt (z.B. Tapen und RC-Einbau, Ruder und Bespannung). Auf EPP-Fun gibt es auch noch viele hilfreiche Tipps zum Bau.

Der Rohbau

Zuerst die beiden Flächenhälften durch abzupfen oder abreiben mit einem Reststück EPP von dem Abbrand (Fäden und kleine Klümpchen) befreien (wer möchte, kann die Oberfläche noch etwas nachschleifen, was aber vor allem der Optik dient, eine Veränderung der Flugeigenschaften konnte nicht festgestellt werden). Danach die beiden Flächenhälften mit z.B. 5-Min.-Epoxy verbinden , auf gute Passgenauigkeit achten. Dieses kann freihändig erfolgen, dabei spürt man den Profilverlauf am besten. Dazu stelle ich eine Flächenseite auf den Randbogen, bestreiche die Klebefläche mit Epoxy. Danach stelle ich die andere Seite darauf, und fühle an der Klebestelle den Profilverlauf (Fun4U-Beginer und -Mako: Zuerst eine Seite mit dem Mittelteil, nach dem Trocknen die andere Seite). Die V-Form (die Unterseite verläuft gerade) ergibt sich durch die Schnitte an der Flächenwurzel. Achtung: Bein Verarbeiten von Epoxy, PU und anderen Harzen bitte immer (Einmal-)Handschuhe tragen!

Wer sehr hart fliegen will, kann an der Unterseite rechtwinkelig zur Wurzelrippe durch den Schwerpunkt (oder kurz dahinter) mit dem Lötkolben eine Nut für ein 6mm starkes CfK-Rohr einbrennen. Bitte auf jeder Seite nicht bis zur Nasenleiste hinaus brennen, sondern ein paar cm Abstand halten. Dieses Rohr mit PU-Leim einkleben. Den überstehenden Schaum zum Profil passend abschneiden, Tape drüber, fertig. Dann kann man den Fun4U ohne Flattergefahr auch 200m senkrecht ablassen, vorausgesetzt, die Ruder sind fest genug angelenkt.

Der RC-Einbau

Dieser kann jetzt oder auch nach dem Tapen erfolgen (ich baue die RC-Anlage vor dem Tapen ein, da dann das Tape nicht mehr durchtrennt werden muss, um z.B. Kabel und Antenne zu verlegen). Die Platzierung der RC-Anlage erfolgt nach folgender Grundregel: 

Alles Schwere möglichst weit nach vorn. 

ABER: Die ersten 3,8cm ab „Nasenleiste“ bitte komplett von allen harten Einbauten freihalten (wegen der Verletzungsgefahr und der Haltbarkeit des Modells)!

Bewährte RC-Komponenten sind:

  • Als Empfänger-Akku: 4 oder 5  Mignonzellen (Größe AA, z.B. 1600er Sanyo Twicell, KR 1400AE, ....) nebeneinander, niemals Inline verlötet (wg. Bruchgefahr der Lötstelle),
  • Der Empfänger muss nicht besonders leicht sein, eine flache Bauform ist besser unterzubringen, z.B. Graupner C12, R 700, ...
  • Servos der Standart-Größe (50 bis 60g) , evtl. mit Metallgetriebe, z.B. Graupner 507, Dymond D5000,  Volz Micro-Maxx eignen sich sehr gut.

Die dunkleren Streifen zeigen die spätere Lage des Strapping-Tapes. Dieses sollte bei einem evtl. Wechsel / Ausbau einer RC-Komponente nicht durchgeschnitten werden, um die Stabilität zu erhalten.

Zuerst wird die Akkuposition möglichst weit vorne festgelegt. Dies kann neben der Klebestelle der beiden Flächenhälften sein. Auf der anderen Seite der Klebestelle platziere ich dann den Empfänger.

Die Umrisse des Akkus und des Empfängers auf das EPP zeichnen und mit einem scharfen Cuttermesser in entsprechender Tiefe ausschneiden. Das Material kann dann mit einem Schraubendreher oder mit den Fingern „herausgepult“ werden. Aufpassen, dass es nicht zu tief wird.

Wenn der Empfänger später im Modell verbleiben soll, einen ca. 2mm tiefen Schlitz mit dem Cuttermesser vom Empfängerplatz bis zum Randbogen schneiden und darin die Antenne verlegen (oder ein Antennenkabel verlegen, das dann über einem Stecker mit dem Empfänger verbunden wird). Wer will, kann auch einen Schalter mit Ladebuchse zwischen Akku und Empfänger einbauen (ich mache das nicht und stecke lieber das Akkukabel direkt am Empfänger ein und aus, da ein Schalter beim Combat „auf Aus geschossen“ werden kann). Achtung: Das Kabel vom Akku zum Empfänger bzw. Schalter verlegen nicht vergessen! Der Akku wird dann eingeklebt mit Bauschaum, angedicktem Epoxy, PU-Leim …, der Empfänger wird mit Tesa abgeklebt bzw. vor dem besprühen mit Kleber wieder entfernt.

Die beiden Servos kommen so in die Flügelhälften, dass

  • Der Abstand der vorderste Ecke des Servos zur Nasenleiste mind. 3,5cm beträgt
  • Die Antriebsachse des Servos genau quer zur Flugrichtung liegt, damit die Anlenkung der Ruder später parallel zur Klebenaht der Flächenhälften erfolgen kann.
  • Die Servoabtriebshebel (Servohörner) jeweils auf der Randbogenseite, also außen,  sind.
  • Die Anlenkung des Ruders auf der Oberseite des Profils erfolgt, denn wer will schon auf den Ruderhörnern landen???

Bei meinem Fun4U („Lila Q“) ist das z.B. 12cm ab der Spitze nach hinten, dann rechtwinklig jeweils ca. 11cm nach außen (Lage des Servohorns). Den Raum für Servos auf die gleiche Weise schaffen wie beim Akku / Empfänger. Die Servos am besten in Schrumpfschlauch einschrumpfen und mit 5-Minuten-Epoxy bündig zur Profil-Oberseite einharzen (Vorsicht: Die Servos vorher auf Null stellen und die Servohörner richtig montieren). Wer will, kann auch von der Unterseite her die Servos einbauen (besserer Anlenkungsschutz und aerodyn. sauberer). Man muss dann aber mit der Ruderanlenkung quer durch den Flügel stoßen, da das Ruder trotzdem an der Oberseite anzulenken ist. Dieses ist etwas tricky, damit die Anlenkung gerade auf das Ruderhorn zuläuft und leichtgängig ist. 

Die Kabel in Schlitzen zum Empfänger verlegen.

Für den Fun4U-Beginner liegen die Einbaupositionen fest.

Das Tapen

Dies ist ein sehr wichtiger Bauabschnitt, da das tapen, also das teilweise Bekleben des Fun4U mit Strapping-Tape (= in zwei Richtungen glasfaserverstärktes Klebeband) dem EPP-Modell erst seine Festigkeit gibt. Ich empfehle, das Modell zuvor dünn mit Sprühkleber (z.B. „77“ von 3M) einzusprühen und ca. 30 Min. lang ablüften zu lassen (bis es nicht mehr klebrig ist).

Das Tape gemäß dem Bild ohne Spannung, aber nicht wellig aufbringen, die Ober- und die Unterseite werden immer gleich beklebt.. Dabei immer von hinten nach vorn arbeiten. Die Klebekraft wird weiter erhöht, wenn man das Strapping-Tape anbügelt (das geht auch noch beim Covern).

An der Endleiste wird nur ein Streifen je zur Hälfte oben und unten verlegt, das spart ca. 40g Gewicht ein bei trotzdem ausreichender Festigkeit. Dazu den Streifen Tape vom Randbogen bis zur Flügelmitte nur zur Hälfte auflegen (die andere Hälfte schaut über die Endleiste hinaus). Ab der Flügelmitte dann das Tape der Länge nach einschneiden und die vordere Hälfte gerade bis zur Nasenleiste der anderen Flügelseite weiterführen (das geht am besten, wenn man zu zweit ist). Zuerst das Tape auf der Oberseite verlegen, dann den Streifen umklappen zur Unterseite und auf dieser auf die gleiche Weise verlegen. Mit der anderen Flügelhälfte ebenso verfahren.

Danach je einen Streifen Tape quer von Nasenleiste zu Nasenleiste und am Schluss noch die Nasenleisten selbst bekleben, wobei ich das Tape so verlege, dass es ganz vorne ca. 1cm nach oben und unten überlappt. Wenn der Akku eingebaut ist, diesen Bereich noch zusätzlich mit Strapping-Tape verstärken
So werden der Fun4U-Beginner und der Fun4U-Mako getapet. Die hinteren, schraffierten Tapestreifen können zum Gewichtsparen auch halbiert aufgebracht werden. Dazu den Streifen so auflegen, dass die Hälfte der Breite nach hinten über die "Endleiste" übersteht und den Streifen ab der Wurzelrippe bis zur Nasenleiste der anderen Flügelhälfte der Länge nach mittig durchschneiden. Dann den Streifen zuerst zur anderen Seite umklappen und wieder bis zur Nasenleiste gerade durchziehen und festreiben. Bei dieser Arbeit ist es besser, wenn man zu zweit ist ...
Beim Fun4U-Sipkill kann auch so getapet werden (für den normalen Fun4U ist es nicht unbedingt notwendig, verbessert aber dessen Torsionsfestigkeit):

Auf diesem Bild sieht man ein neues Tape-Schema, welches Siggi (Hartmut Siegmann) und ich erstmals an diesem Fun4U-Sipkill ausprobiert haben. Ziel war es, trotz der geringeren Profildicke ohne Holme auszukommen. Auf Torsion (Verdrehen)  ist dieses Modell mein bisher steifstes und auch die Durchbiegung ist gering genug -> es geht also auch ohne Holm, die Gewichtsersparnis beträgt ca. 100 bis 150g! Den Thermikeigenschaften des Fun4U-Sipkills kommt dieses sehr zugute, für DS oder kräftigen Wind würde ich eher mit Holm bauen.. Allerdings muss ich dazu sagen, dass man

  • a) dabei zu zweit sein sollte,
  • b) die Anlage fertig eingebaut sein muss, damit die Tapestreifen nicht mehr durchtrennt werden und
  • c) nicht ganz unerfahren beim Nurflügel bauen und tapen sein sollte, da man sich auf diese Weise trefflich einen Verzug einbauen kann. 

Dabei werden die Zugbänder abwechselnd und unter Spannung so aufgebracht, dass die Fläche zwar vorgespannt, aber trotzdem ohne Verzug ist. Also immer eine Seite spannen, dann mit der anderen Seite zurückziehen, dass die Ausgangslage wieder erreicht wird. Auf Symmetrie achten! Manchmal muss zur Korrektur ein zweiter Streifen über den ersten geklebt werden (nur so als Tipp :-))

 

Die Bespannung

Die Fluglage-Erkennung wird durch unterschiedliche Gestaltung der Ober- und Unterseite erleichtert. Die Bespannung kann mit Bügelfolie oder Paketband erfolgen. Das EPP verträgt recht hohe Temperaturen (130°C), du kannst also direkt darauf bügeln oder heißfönen. Bei Verwendung von Paketband bügele ich lieber, denn beim Fönen macht man sich leichter einen Verzug rein!  Übrigens: Eine Bespannung muss sein, das Strapping-Tape ist nicht dauerhaft UV-beständig und wird dann brüchig!

Eine Übersicht über verschiedene Bespannmaterialien habe ich HIER zusammengestellt.

 

Die Winglets

sollten ca. 22 x 12 cm große Dreiecke sein. Als Material hat sich 2mm Doppelstegplatte sehr gut bewährt. Aber auch Balsa, EPP, Karton, Styropor, … habe ich schon als Wingletmaterial gesehen (aber kein CfK, GfK, spröder Kunststoff usw. wg. Verletzungsgefahr). Mit doppelseitigem Klebeband und/oder Tape am Flügel befestigen. Unbedingt auf geringes Gewicht achten!

 

Die Ruder

werden aus leichtem bis mittelhartem 4mm – Balsa hergestellt. So leicht wie möglich aussuchen, evtl mit dem Balsahobel auf Endleitenform abhobeln, das spart Gewicht. Größe: Innen 3,5cm tief, außen 6,5cm, die Länge des Ruders richtet sich nach der Lage deines Servohorns (die Ruder bitte nur so lange machen, dass du deine Anlenkungen parallel nach hinten führen kannst, ca. 57cm (bei Fun4U-Beginner und -Mako sind sie so lange wie die äußeren Flügelkerne)). Vorne stark anschrägen (45°), damit große Ausschläge möglich sind.  Anschließend bebügeln (bzw. einsprühen mit Sprühkleber und bekleben mit Bespannmaterial). Dann die Ruder mit Tesa von oben und unten über die ganze Länge an den Flügel „anscharnieren“.

 

Die Anlenkungen

sollten stabil und trotzdem flexibel sein. 

Im Zubehörset sind fertig gekröpfte Anlenkungen enthalten. Dabei bitte folgendermaßen vorgehen:  Den Anlenkungsdraht mit der Z-Kröpfung in den Servohebel einhängen. Den Gestängeanschluss an das Ruderhorn schrauben und den Draht in den Gestängeanschluss einfädeln. Das Ruderhorn auf dem QR so platzieren, dass das Gestänge parallel zur Wurzel verläuft. Das Ruderhorn festkleben oder anschrauben (Wichtig:  Die Schrauben kürzen und plan verschleifen wg. Verletzungsgefahr). Die Rudergestänge so einstellen, dass die Unterseite des Ruders im Profilstrak weiter verläuft.

Alternativ zum Stahldraht verwende ich auch 2mm GfK- oder CfK-Stäbe mit aufgeharzten 2mm Löthülsen und Metall-Gabelköpfen. 

Die Ruderausschläge

Für Slope-Combat braucht man große Ausschläge. Der Querruder-Ausschlag darf ruhig 30° und mehr betragen (viel Expo zumischen). Als Höhenruder-Ausschlag reichen 60% bis 80% davon. Für RC-Anfänger oder geruhsames Fliegen reichen 20° Ausschläge nach oben und unten locker aus.

Der Schwerpunkt des Fun4U

liegt bei ungefähr 20cm (Fun4U-Mako: ca. 18cm) ab der Spitze. Wenn deine Materialwahl gut war und du dich an diese Bauanleitung gehalten hast, brauchst du kaum Blei, um diesen zu erreichen. Dieses Blei kannst du vorne in ca. 20g-Stücken in der Spitze versenken durch einen Schnitt von der Oberseite nach unten (Abstand zur Nasenleiste beachten). So kannst du später noch die Bleimenge genau auf deinen Flugstil abstimmen.

Das Einfliegen

Jetzt kommt der spannende Moment: Fliegt er oder nicht???  Keine Angst, wenn du dich an die Anleitung gehalten hast und der Flügel nicht verzogen ist, wird er fliegen! Du musst nur noch die Trimmung und die Ausschläge/Expo auf deinen Flugstil abstimmen. Den genauen Schwerpunkt kannst du mit der Anstechmethode so erfliegen:

Beim Flug in ausreichender Höhe gegen den Wind den Fun4U so trimmen, dass er schön gleitet (nicht zu langsam). Dann kurz und kräftig Tiefe drücken, den Knüppel wieder loslassen und den Fun4U beobachten:

  • er wird immer schneller und unterschneidet -> der Schwerpunkt ist zu weit hinten. 10g Blei vorne zuladen und wieder testen.
  • der Nuri bäumt sich auf und pumpt oder loopt -> der Schwerpunkt ist zu weit vorn. 5g Blei rausnehmen und wieder testen.
  • der Fun4U fängt sich in großem Bogen sanft ab -> der Schwerpunkt ist grob ok.

Von diesem Punkt an entfernst du vorne das Blei 2 Grammweise, solange bis sich das Flugverhalten verschlechtert, also der Nuri in engen Kurven leicht ins Trudeln kommt (durch Strömungsabriss), wieder anfängt zu unterschneiden oder sehr giftig aufs Höhenruder reagiert. Dann wieder etwas Blei rein und fertig  ...

Und nun: Viel Spaß mit deinem Fun4U.

 

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